Schauburg barrierefrei!
- thufer7
- 19. Apr.
- 3 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 13. Mai

Diese Forderung stellten wir klar und deutlich.
Die Eröffnung des 38. Filmfestes am 14. April 2026 bot dafür eine gute Gelegenheit.
Nun erwarten wir von Herrn Ostertag (Geschäftsführer und Gesellschafter der Nickelodeon Filmtheaterbetrieb Dresden GmbH, die das Filmtheater Schauburg in Dresden betreibt), dass er den Dialog mit uns (NEUSTAD(t)RAUM, Stadtbezirksverwaltung und Büro der Behindertenbeauftragten) fortführt.
Die Finanzierung und der Einbau von zwei Plattformliften ist das Ziel!
Hier findet Ihr weitere Eindrücke der Protestaktion:
Da dieser Film leider nicht untertitelt ist, hier die Rede zum Nachlesen:
Weil wir Menschen sind
Liebe Radfahrerinnen, Handbikefahrerinnen und Rollstuhlfahrerinnen,
Ihr seid mobil, Ihr seid hier, Ihr seid für Toleranz – das ist super. Ich bin Sören von der Stadtteilinitiative Neustad(t)raum. Meine Frau Annett und ich wohnen sehr gern seit 25 Jahren in der Neustadt. Vor 9 Jahren haben wir den Neustad(t)raum gegründet. Was wollen wir? Wir wollen eine barrierefreie Neustadt. Die Neustadt steht für Toleranz, Akzeptanz und Vielfalt. Wer dies konsequent lebt, der steht auch für Barrierefreiheit für Alle. Denn nur, wenn Alle alle Angebote auch nutzen können, werden die Werte Toleranz, Akzeptanz und Vielfalt auch mit Leben gefüllt. Weil wir Menschen sind, wollen wir alle das Gleiche. Wir wollen mobil sein, wir wollen Kultur genießen, wir wollen konsumieren, wir wollen essen und trinken und wir wollen vieles gemeinsam erleben. Apropos Kultur gemeinsam erleben: Die Schauburg ist nicht barrierefrei. Es bräuchte zwei Treppenlifte. Aber Herr Ostertag, der Geschäftsführer, er sträubt sich. Habt Ihr eine Idee, wie man ihn geknackt bekommt?
Mal weg vom Kino und jetzt denkt mal bitte an eure Lieblingsläden. Da gibt es bestimmt einige, die nur ein oder zwei Stufen haben. Da gibt es es eine schnelle Lösung. Jetzt zückt alle mal bitte euer Handy und gebt folgende Nummer ein. Sie ist vom Stadtverband der Körperbehinderten. Dort bekommt Ihr eine mobile Rampe für 30€. Gebt die Nummer der Laden-Chefin und alles weitere wird geregelt – So, jetzt die Nummer: 0351-4724942
Weil wir Menschen sind, wollen wir gemeinsam zur Schule gehen, gemeinsam eine Ausbildung machen, gemeinsam studieren, gemeinsam arbeiten, gemeinsam in der Nachbarschaft wohnen, gemeinsam Zeit verbringen und uns kennenlernen. Je besser wir voneinander wissen, je mehr Gemeinsameiten wir entdecken, desto mehr werden Vorurteile abgebaut oder entstehen gar nicht erst.
Weil wir Menschen sind, wollen wir nicht, dass eine menschenverachtende Partei wie die AfD an die Macht kommt. Deswegen unterstützen wir auch die Initiative „Krüppel gegen rechts“. Wir wollen nicht die Kürzungspläne der Regierung im sozialen Bereich hinnehmen. Wir wollen, dass das reiche Land seine Gelder so umverteilt, dass niemand benachteiligt wird. Warum gibt es eine Steuerobergrenze? Warum zahlen nicht alle in die Rentenkasse ein? Wann kommt endlich das Bedingungslose Grundeinkommen?
Weil wir Menschen sind wollen wir lieben und wollen geliebt werden. Wir fühlen uns oft gestresst, meckern am Stammtisch über die Ungerechtigkeit in der Welt. Aber letztendlich wollen wir in Ruhe unser Leben leben – mit all seinen Facetten. Wir wollen dem Vertrauten vertrauen. Wir wollen unsere Neugier stillen. Wir wollen was erleben, was uns bereichert. Wir wollen betrauern, was uns verlassen hat. Wir wollen uns austauschen, das Miteinander erleben und wir wollen auch mal allein sein. Wir möchten Grenzen überschreiten ohne niemanden zu verletzen und wir möchten Gewohntes immer wieder erleben, weil es uns ein Gefühl von Sicherheit gibt – sei es der morgendliche Kaffee, die gemeinsame Mittagspause oder das zusammen ins Bett gehen. Wir glauben an die Liebe. Wir setzen Kinder in die Welt und wir hoffen. Wir hoffen, dass es besser wird, wir hoffen, dass es so bleibt und wir hoffen, dass dieser Moment nie zu Ende geht.
Wir haben so viel gemeinsam. Egal, woher wir kommen. Egal, wohin wir gehen. Egal ob mit oder ohne Behinderung, ob mit Fahrrad, Handbike oder Rollstuhl. Jede und Jeder geht ihren, geht seinen Weg. Wir müssen nicht ständig beurteilen, ob die Wege der anderen die richtigen sind. Hauptsache wir treffen uns immer wieder auf gemeinsamen Wegen, weil wir Menschen sind und in vielen Dingen ähnlich ticken. Die Unterschiede, die wir entdecken, erweitern unsere Perspektiven und wir können nur dazulernen. Also lasst uns heute ein Stück Weg gemeinsam fahren, lasst uns kennenlernen und miteinander austauschen. Viel Spaß noch und gute Fahrt.
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